Workshop „Azubi-Marketing“ in der Burg Ramsdorf

m Mittwoch, 29.06.2016, trafen sich 16 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Velen und Ramsdorf zu einem interessanten Workshop, der das Thema „Azubi-Marketing“ behandelte.

Im Fokus der Gespräche stand die grundlegende Veränderung des Ausbildungsmarktes durch die Verschiebung von Angebot und Nachfrage. Auf der einen Seite werden nämlich verstärkt Ausbildungsstellen angeboten in Industrie , Handel  und Dienstleistungsbetrieben. Gleichzeitig geht die Zahl der Bewerber aufgrund des demographischen Wandels spürbar zurück. Während die Jugendlichen sicherlich von dieser Situation profitieren und sich aus einer breiten Palette ihren Wunsch-Ausbildungsbetrieb aussuchen können, bedeutet dies für die Unternehmen, dass nicht jeder Ausbildungsplatz besetzt werden kann. Dies wird sich in überschaubarer Zeit in einem erheblichen Fachkräftemangel zeigen.

Auch die spürbar veränderte Lebenseinstellung der sogenannten „Generation Y“, die jetzt in den Ausbildungsmarkt kommt, wurde thematisiert. Denn es findet derzeitig erheblicher Wertewandel statt. Während der „Generation X“ (bis 1980 Geborene) noch Status, Prestige und ein abgesichertes Leben wichtig waren, steht nun bei der „Generation Y“ Selbstverwirklichung sowie Freude und Sinnstiftung durch die Arbeit im Vordergrund. Die Vereinbarkeit von Familie und Freizeit mit dem beruflichen Leben wird immer wichtiger. Hierzu gehören nicht nur ein positives Arbeitsklima, sondern eben auch flexible Arbeitszeiten sowie Spaß an der Arbeit.

Es wird also immer wichtiger für die Unternehmen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.

Vier lokale Unternehmen stellten dann ihre besonderen Azubi-Projekte vor.

Rita Wehr (Wehr Bedachungen, Südlohn) informierte die Anwesenden über ein Austauschprojekt, das regelmäßig in Norwegen durchgeführt wird. Die Jugendlichen erhalten so einen Blick in andere Arbeitsweisen und –techniken, aber auch völlig anders geartete Herausforderungen. So wurde anhand von Fotos dargestellt, dass beispielsweise der Dachdecker in Norwegen schon mal häufiger einen halben Tag lang den Schnee auf einem Flachdach entfernen muss, bevor er mit der eigentlichen Arbeit beginnen kann. Organisiert werden diese Austauschprojekte über die Handwerkskammer Münster; entsprechende Informationen gibt es auf der Internetseite der Handwerkskammer.

Josef Rieken (RIEKEN KREATIVRAUM, Velen) erläuterte anhand einer Fotowand seine „Azubi-Baustelle“. Die Besonderheit dieses Projektes liegt darin, dass den Auszubildenden von der Planung bis zur Ausführung alle Entscheidungen weitgehend selbst überlassen bleiben. Nach dem Motto „Jeder soll alles machen“ sind viele Vorbereitungen eigenständig zu treffen und auch die einzelnen Arbeitsschritte zu organisieren. Die Auszubildenden lernen durch dieses Projekt, eine Baustelle eigenständig zu planen und durchzuführen und erlangen somit ein großes Stück an Selbstständigkeit.

„Telefonieren kann doch jeder“ – so lautete der Beginn des Vortrags von Claudia Eich-Lammering (Eich Kommunikation, Velen), die von ihren Erfahrungen als Telefontrainerin berichtete. Sie vermittelt in Seminaren jungen Auszubildenden die Fähigkeit, sich am Telefon korrekt zu melden, Gespräche zu vermitteln oder auch bei unbekannten Themen Kompetenz zu zeigen.

Monika Bone (Bone Beratung & Prozessbegleitung, Velen) informierte über verschiedene Projekte, die sie für und mit Auszubildenden durchgeführt hat. Aktuell wird für Auszubildende ein Seminar des AIW e.V. angeboten unter dem Titel „Generation NOW meets NEXT generation“, das durch Frau Bone moderiertwird. In sechs Workshops werden Auszubildende aus unterschiedlichen Branchen dabei unterstützt, ein individuelles Konzept für Azubi-Marketing für ihr Unternehmen zu entwickeln. Dadurch erhalten sie einen ganz besonderen Blick auf die Vorteile, die das eigene Unternehmen bietet – und erarbeiten in diesem Zusammenhang praktisch umsetzbare Marketingstrategien.

Die anschließende Ideensammlung ergab viele gute Ergebnisse. Wichtig erschien es den Unternehmerinnen und Unternehmen, die Lehrer stärker in die Interessen der Wirtschaft einzubeziehen. Hier sollen künftig die Kontakte enger geknüpft werden, um auch mögliche Vorurteile gegenüber handwerklich geprägten Berufen möglichst frühzeitig aus dem Weg zu räumen. Ein weiterer Baustein könnten Veranstaltungen wie z.B. Ausbildungsmessen sein, die gemeinsam mit den weiterführenden Schulen organisiert werden, um den Schülerinnen und Schülern die Vorzüge und die Vielfältigkeit der Unternehmen vor Ort zu präsentieren. Insgesamt ergab die Diskussion, dass Eltern genauso wie Lehrer angesprochen werden müssten, um so die Wertschätzung des Facharbeiters bzw. Handwerkers zumindest im regionalen Bereich gesellschaftlich anzugehen.

Abschließend fand eine kurze Nachlese zur Gewerbeschau statt. Wirtschaftsförderin Ruth Zwilich bedankte sich ausdrücklich bei allen teilnehmenden Unternehmen, die durch ihre vielfältigen Aktionen und Firmenpräsentationen zum guten Erfolg der diesjährigen Gewerbeschau beigetragen haben.



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