Das Ärztehaus Velen

Das Ärztehaus in Velen ist eine echte Besonderheit, das Konzept wird auch inzwischen in anderen Städten kopiert: Selten findet man in einer ländlichen Region so viel geballtes medizinischen Know-How an einem Ort wie im Velener Ärztehaus. Wenn woanders noch über die fehlenden Ärzte und die mangelhafte Versorgung auf dem Land geklagt wird, können sich die Einwohner der Stadt Velen über das gute Angebot mit dem Anspruch „Alles unter einem Dach“ freuen. Maßgeblich daran beteiligt sind Herr Dr. Föcking, der mit seiner Praxis für Allgemeinmedizin gleichsam die Keimzelle für die Entstehung des Ärztehauses bildete, und Herr Braakhuis, der seine Krankengymnastik-Praxis inzwischen zu einem umfangreichen Reha-Zentrum ausgebaut hat. Zusammen haben die beiden das BGM Forum Westmünsterland konzipiert, das ein speziell für Unternehmen zugeschnittenes Gesundheiterhaltungsprogramm anbietet. Das BGM-Forum stellt ein betriebliches Gesundheits-Management für Unternehmen jeglicher Größe mit individueller Anpassung auf die verschiedenen Belange der Betriebe und der Mitarbeiter zusammen (Lesen Sie dazu auch unseren Bericht über das Unternehmertreffen im Ärztehaus im September 2013).

Herr Braakhuis, wir freuen uns über die Einladung ins Ärztehaus in Velen. Welche Angebote sind hier zu finden?

Im Ärztehaus gibt es eine Fülle von medizinischen Angeboten. Das geht zunächst los mit den verschiedenen Arztpraxen. Im Haus sind Ärzte der Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Augenheilkunde, Chirurgie (Unfallchirurge und Gefäßchirurge), Gynäkologie, Inneren Medizin, Kieferorthopädie, Kinderheilkunde, Neurologie,G. Braakhuis Orthopädie, Psychiatrie, Radiologie und Zahn, Mund- und Kieferheilkunde ansässig. Außerdem haben wir hier weitere Abteilungen, die das Ärztehaus hervorragend ergänzen: Eine Apotheke, ein Café mit Mittagsangebot, eine Ergotherapiepraxis, eine Ernährungsberatung, Schlafmedizin, das Reha-Zentrum sowie Physiotherapie, Logopädie und Osteopathie. Das Ärztehaus verfügt darüber hinaus über ein Ambulantes OP-Zentrum und eine sogenannte „Privat-Klinik“, in der kurze stationäre Aufenthalte möglich sind, nach Operationen oder für Untersuchungen im Schlaflabor. Auch für gewerbliche Betriebe haben wir im Ärztehaus ein passendes Angebot, das Betriebliche Gesundheitsmanagement, kurz „BGM“. Herr Dr. Föcking und ich haben dieses Projekt entwickelt und sind damit seit einigen Jahren erfolgreich am Markt. Wir sind dabei bis Osnabrück, Goslar oder sogar Frankfurt a.M. tätig. Kurzum, im Velener Ärztehaus finden Sie eine komplette medizinische  Rundumversorgung und alles unter einem Dach.

Welche Vorteile sehen Sie darin, in einem Ärztehaus tätig zu sein, anstatt eine Praxis an einem anderen Standort zu betreiben?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Nähe zu den vielen Fachärzten und Therapeuten schafft Synergieeffekte, die Sie woanders kaum finden können. Hier können Patienten auf dem kürzesten Wege in verschiedenen Praxen untersucht und behandelt werden. Denn wir arbeiten dabei sehr kommunikativ miteinander: Stellt ein Arzt fest, dass der Patient noch von einem oder mehreren anderen Fachärzten oder Therapeuten begutachtet werden sollte, geröntgt oder eine sofortige physiotherapeutische Behandlung benötigt, kann der Patient sich direkt dorthin begeben und muss in diesem Fall nicht neu herkommen, sondern nur die Tür oder das Stockwerk wechseln. Natürlich ist ein direktes Wechseln in eine andere Praxis nur in Akutfällen möglich, aber auch sonst ist die Nähe zu den anderen Fachabteilungen für den Patienten vorteilhaft, da wir Hand-in-Hand arbeiten.

Wie kam es dazu, dass das Ärztehaus in Velen überhaupt entstanden ist? Eigentlich erwartet man eine solche Ansiedlung eher in größeren Städten oder gar in den Ballungsräumen.

Der Grundstein für die Entstehung des Ärztehauses liegt im Gebäude des alten Krankenhauses in Velen, dem St.Ignatius-Hospital. Wie die meisten solcher kleiner Landkrankenhäuser hat das St.Ignatius-Hospital in den 1970er Jahren keine Unterstützung mehr erhalten. Meistens wurden die Häuser bald geschlossen und dann abgerissen oder in Seniorenwohnheime umfunktioniert. Die St.Ignatius-Stiftung, die damalige Eigentümerin, hingegen suchte zunächst nach neuen Nutzungsmöglichkeiten. Als erstes gelang 1978 die Ansiedlung einer Gemeinschaftspraxis im Erdgeschoss des Dr. L. FöckingHospitalgebäudes. Herr Dr. Föcking nahm seine Tätigkeit als Allgemeinmediziner in Velen auf. Nach der Schließung des Krankenhauses mit 60 Betten im Jahr 1981 war die bereits angesiedelte Praxis der Initialzünder für weitere Praxiseröffnungen in den Räumlichkeiten. Hinzu kamen eine Gynäkologie-Praxis und eine Praxis für Kinderheilkunde, des Weiteren eine Krankengymnastik-Praxis und ein Zahnarzt-Praxis, die 1984 in einem Anbau ihren Platz fand. In den Folgejahren wurden eine Reihe von Um- und Anbauten vorgenommen. Bis 1993 war die St.Ignatius-Stiftung Inhaberin des Gebäudekomplexes, dann übernahm Dr. Föcking die Immobilie. Durch sein persönliches Engagement, mit einem ausgeprägten Sinn für unternehmerisches Denken sowie guten Kontakten zu renommierten Medizinern verhalf Dr. Föcking dem Ärztehaus zu seiner heutigen Gestalt mit der hohen Bandbreite an medizinischen Angeboten. Inzwischen ist die Palette abgerundet mit einer Apotheke und einem Café. Der gute Ruf der im Haus praktizierenden Ärzte und Therapeuten sowie die erstklassige Vernetzung der Abteilungen untereinander führen dazu, dass nicht nur die Velener und Ramsdorfer das Ärztehaus gerne nutzen und häufig frequentieren, sondern auch Patienten aus der Region und sogar überregional zur Behandlung anreisen. Nehmen wir z.B. den gynäkologische Bereich. Er ist einer der Vorreiter der miniinvasiven und ambulanten Operationen. Dafür ist die Abteilung in ganz Deutschland bekannt und führend in dieser Disziplin.

Das vielfältige Angebot im Ärztehaus ist beeindruckend. Können Sie noch weitere medizinische Angebote aufnehmen bzw. werden noch weitere benötigt?

Bis auf Dermatologie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sind alle medizinischen Richtungen im Haus vertreten. Aber leider sind weitere Ansiedlungen nicht möglich. Die Räumlichkeiten sind komplett ausgenutzt und Leerstände drohen nicht. Alle Praxeninhaber sind ausgesprochen zufrieden mit ihrem Standort, so dass eine Fluktuation nicht zu erwarten ist. Herr Dr. Föcking hat immer besonderen Wert darauf gelegt, engagierte und versierte Ärzte für das Ärztehaus zu gewinnen. Wichtig ist hier der gute Ruf, der gerade im ländlichen Raum schneller Schaden nehmen kann als in Ballungsräumen.
Dr. Föcking verfügt seit langer Zeit über gute Kontakte und er konnte viele verlässliche Partner von diesem Standort überzeugen, so dass die Qualität immer auf hohem Niveau blieb und bleibt. Dennoch war der Aufbau ein langfristiger Prozess, der mit der Ansiedlung der Doktoren Petrovic, Hartmann und Dresemann 2009 abgerundet wurde. Weitere Anbauten sind nicht mehr geplant, das Ärztehaus verfügt über eine gute Besetzung in sehr modernen Praxen und ist damit hervorragend aufgestellt.

Wie würden Sie die Anforderungen an heutige Unternehmen in der Gesundheitsbranche beschreiben?

Durch die permanenten Veränderungen im Gesundheitssystem und bei den Vorschriften sind auch die Praxen ständig gefordert, damit umzugehen und sich anzupassen. Die Praxen reagieren ausgesprochen flexibel und erzielen oftmals Einzelfallregelungen. Dadurch wird der Verwaltungsaufwand enorm hoch. Regelmäßige Verhandlungen mit den Krankenkassen gehören zum Arbeitsalltag. Die Praxen benötigen gute Mitarbeiter in der Verwaltung und selbst die Ärzte müssen sich zu Verwaltungsfachleuten entwickeln.

Welchen Einfluss hat der Standort „Stadt Velen“ auf die Entwicklung des Ärztehauses?

An diesem Standort passten viele Faktoren zueinander, die sich zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle trafen. Lange Zeit hat die St.Ignatius-Stiftung die Expansion im und rund um das ehemalige Hospital mitgetragen. So konnte die sukzessive Entwicklung gelingen, die mit Herrn Dr. Föcking begonnen hatte und mit seinem Einsatz weiter vorangetrieben wurde. Die Stadt hat uns bei den Um- und Anbauprojekten unterstützt und die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Dahin gehend haben Rat und Verwaltung die Chancen erkannt und die Maßnahmen mitgetragen. Auch bei der problematischen Pkw-Stellflächen-Situation erhielten wir Unterstützung.

Wenn Ihnen die Politik und/oder die Verwaltung der Stadt Velen einen Wunsch erfüllen könnte - wie würde dieser lauten?

Weitere Parkflächen für Kfz wären natürlich schön, aber wir sehen ja selbst, dass hier rund um das Haus kaum noch was geht. Wir würden es vor allem für unsere Patienten begrüßen, wenn der Ortskern Velen weiter gestärkt wird. Es sind täglich eine Menge Menschen aus unserem Haus zu Fuß im Ort unterwegs. Dafür ist es wichtig, dass es Leben im Ort gibt und dass das Einzelhandelsangebot stimmt. Das Umfeld muss ansprechend sein, möglicherweise würde es den Einzelhandel weiter beleben, wenn die Geschäfte über Mittag geöffnet wären. Möglicherweise könnten sich durch Kooperationen interessante Synergieeffekte ergeben.

Herr Braakhuis, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

STECKBRIEF

Name:           Ärztehaus Velen                     
                     Ignatiusstraße 8 - 12        
                     46342 Velen
Internet:      www.aerztehaus-velen.de

Startjahr:                        1978
Anzahl der Mitarbeiter:    ca. 270
Größe des Gebäudes:      ca. 4.000 m²
Branche:                          Gesundheit



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